Die Stadt Wiesbaden hat eine lange Geschichte, die sich noch an vielen Stellen im Stadtbild ablesen lässt: Von den Römern bis in die jüngste Vergangenheit finden sich zahlreiche Baudenkmäler, historische Stätten und Anlagen, welche die Entwicklung unserer Stadt nachvollziehbar werden lassen.
Leider kennen jedoch selbst viele Wiesbadener diese "Geschichten hinter der Geschichte" nicht, denn ohne einen Reiseführer oder ein Buch über die Stadtgeschichte ist man als interessierter Spaziergänger in der Stadt ziemlich auf sich allein gestellt. Es gibt zwar an einigen wenigen Orten noch Bronzetafeln aus den 70er Jahren (!!), aber selbst diese wenigen Schilder bieten kaum Informationen.
Ein Blick über den Rhein zeigt, wie man es besser machen kann: Die Stadt Mainz hat in den vergangenen Jahren über 200 Stelen und Schilder aufgestellt und angebracht, durch die Einheimische und Touristen Informationen und historische Bilder zu Gebäuden, historischen Persönlichkeiten und Ereignissen erhalten. Dieses Projekt "Historisches Mainz" trägt dazu bei, dass sich die Mainzer noch stärker mit der vielfältigen Geschichte ihrer Stadt identifizieren - und nebenbei fühlen sich Tages- und Kulturtouristen auf diese Weise gut informiert, wodurch Mainz auch für Städtereisen attraktiver geworden ist.
Die Stadt Wiesbaden sollte sich daher ausnahmsweise einmal die Eebsch Seit zum Vorbild nehmen und ein Konzept für Stelen und Schilder zum "Historischen Wiesbaden" entwickeln. Orte dafür gibt es genug und man könnte mit Blick auf den Tourismus Schwerpunkte wie die Geschichte als Kurstadt oder die Architektur des Historismus auswählen, die als Rundgang bei Städtereisen vorgeschlagen werden. Es wäre daher ein Projekt, dass sowohl für die Wiesbadener als auch für die Gäste unserer Stadt von Nutzen wäre.
Auch was die Finanzierung betrifft, kann man von den Mainzern lernen: Die Stadt koordinierte das Gesamtvorhaben, aber die Stelen und Schilder wurden in vielen Fällen von Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Privatpersonen finanziert. Auf diese Weise würde Wiesbaden nicht nur Geld sparen, sondern das Vorhaben würde so auch zu einem Projekt der Stadtgesellschaft.

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