Die Bildung unserer Kinder ist das Fundament, auf das wir unsere Zukunft bauen. Die Lernumgebung, das häusliche Umfeld, aber auch Angebot und Zustand von Bildungseinrichtungen sind hierbei Schlüsselaspekte, um das Ziel breitgestreuter und vertiefter Bildung für möglichst alle Kinder zu erreichen. Sozialer Friede und wirtschaftlich erfolgreiches Handeln sind nur erreichbar, wenn wir es verstehen, im Konzert der Globalisierung unsere Standards mindestens zu halten oder – besser - ausbauen zu können. Schlüsselqualifikationen der Zukunft liegen im Umgang mit neuen Medien, Digitalisierung, aber sicher auch im Umgang mit traditionellen Themen, wie sinnerfassendes Lesen, Schreiben (auch mit der Hand !), Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften. Hinzu kommen Kenntnisse in Musik, Kunst, Religion, Sport und Geschichte. Fächerübergreifend vermitteln die Bildungsanstalten Kenntnisse und Fertigkeiten im sozialen Umgang und anderen gesellschaftlichen Themen. Um der Diversität aktueller und zukünftiger Schülergenerationen erfolgreich begegnen zu können, brauchen wir eine multiple und vielfältige Bildungslandschaft, in der zwar Richtungen vorgegeben sind, die sich das Gesamtsystem gleichsam aber auch hinreichend volatil für Querein- und –aufstiege erweist. Verschiedene, teilweise aufeinander aufbauende, aber auch nebeneinander bestehende Schulformen sind unerlässlich, um den unterschiedlichen Talenten und unterschiedlicher Entwicklung von Kindern Rechnung zu tragen. Dabei müssen sicher neue Bildungsformen entwickelt, dürfen aber angestammte Konzepte nicht verteufelt werden. Das Gymnasium zugunsten von Gesamtschulen abzulehnen, hieße, tradierte und bewährte Bildungskonzepte auf dem Altar eines Klassenkampfes zu opfern, der längst überwunden sein sollte. Entsprechenden Bestrebungen aus dem eher linken Politspektrum gilt es zu widerstehen.
Auf Grundlage der letzten Fortschreibung des Schulentwicklungsplans der LH Wiesbaden sieht ein Beschluss des Stadtparlaments – quasi als zweite Stufe nach einem neuen Gymnasium in Dotzheim – die Neuerrichtung eines Gymnasiums in Mainz-Kastel vor. Das wohnortnahe voll-gymnasiale Angebot in einem der Stadtteile an der Rheinschiene ist also erklärtes Ziel, ergibt Sinn, steht nicht in Konkurrenz zu anderen Standorten und schon gar nicht in Wettbewerb zu anderen Bildungsformen (Stichwort gymnasiale Oberstufe an der örtlichen Integrierten Gesamtschule). Das Gymnasium Kastel – mit geplanter Unterbringung im Konversionsgebiet „Kastel Housing“ – wird in AKK seit Jahrzehnten gewünscht (und war bereits mehrfach versprochen), soll Schülern der östlichen Stadtteile ein Angebot mit kurzen Wegen und hoffentlich guten Inhalten machen und kann dabei helfen, der Abwanderung rechtsrheinischer Schüler an Mainzer Schulen zu begegnen. Der Standort an der Nahtstelle zwischen den beiden Landeshauptstädten kann dazu beitragen, dass Brücken zwischen den Menschen entstehen. Nun müssen wir es nur noch geschehen lassen !

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