Wenn man aktuell über ein neues Programm denkt, dann kann man das nicht losgelöst von der aktuellen Krise. Die aktuelle Krise gibt uns die Zeit nachzudenken, was wirklich wichtig ist im Leben, was systemrelevant ist. Eine Gesellschaft, die sich keine Kultur leistet, ist keine lebenswerte Gesellschaft. Und Kultur ist zudem ein Standortfaktor, der entscheidet, ob sich ein Unternehmen ansiedelt und ob Menschen einen Ort wohnen wollen.

Im letzten Doppelt-Haushalt Wiesbadens wurde zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt der Kulturhaushalt erhöht. Das tat gut, war aber, bis auf wenige Projekte, kaum mehr, als ein Inflationsausgleich. Der Kulturentwicklungsplan, und die damit verbundene Inventur der Wiesbadener Kultur, wäre eine gute Voraussetzung hier Grundlegendes zu verändern, zu verbessern.

Nur wenn wir jetzt weiter investieren, werden wir in ein paar Jahren nach Kleinkunstbühnen, Konzertsäle und Ausstellungsräume haben. Und die freischaffenden Künstler in Wiesbaden, brauchen nicht nur SofortHilfe, sie brauchen jetzt ein Investitions-Programm: weniger Almosen oder Hartz IV, sondern Aufträge, sonst gibt es in ein paar Jahren niemanden mehr, der die Spielorte beleben kann.

“Leuchttürme“ sind wichtig, doch gilt es zu erfragen, ob Großveranstaltungen, die richtige Antwort für die Herausforderungen sind, vor denen jetzt wir stehen. Wir brauchen eine kulturelle Vielfalt! Wie erfolgreich ursprünglich „kleine Projekte“ sein können, zeigen initiativen wie der „Schlachthof“ oder das „Schloss Freudenberg“. Die Stadt hat investiert, einen Raum zur Fügung gestellt und daraus haben freischaffende Künstler attraktiver Wiesbadener Orte gemacht und Arbeitsplätze geschaffen.

Künstler sind Multiplikatoren, wir müssen jetzt zeigen, wenn wir jetzt zeigen, dass wir uns wichtig sind, dann investieren wir in unsere Zukunft.

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